Sonntag, 6. August 2017

Abendstimmung in den Gastlosen

Bereits mehrmals haben wir versucht, unser Traummotiv in den Felszähnen der Gastlosen fotografisch mit einer glühenden Abendstimmung festzuhalten. Meistens erfolglos. Diesmal hat es nun bestens geklappt, mit dem Abendrot, und der Himmel schmückte sich sogar noch mit aufgelockerten Wolken. 

Mitte Juni, kurz vor dem längsten Tag, beschlossen wir nach Feierabend ein weiteres Mal gegen den Jaunpass und die Gastlosen aufzubrechen. Den Wagen liessen wir beim Chalet Grat stehen, natürlich nicht ohne zuvor noch die Bauernfamilie auf der Alp über unser Unterfangen zu informieren und um Parkbewilligung zu fragen. Danach stiegen wir den steilen, inoffiziellen Weg in Richtung Felsenmeer auf. Dieser wurde nun wieder frisch und gut sichtbar markiert. Schon während dem Aufstieg genossen wir das warme Abendlicht.
Oben, an unserem Plätzchen angekommen, verschnauften wir erst eine Weile, bevor wir uns umzusehen begannen. Überall boten sich schöne Motive an, doch es war nicht sicher, ob es wirklich ein schönes Abendrot geben würde. Die Dynamik der Wolken konnten wir nicht genau beurteilen und über die im Westen liegende Romandie legte sich einmal mehr ein recht dicht wirkender Dunstschleier. Es hätte also durchaus sein können, dass wir wie schon so oft, wiederum ohne unser Abendrotmotiv abzotteln mussten. Die Rundsicht war an diesem Tag jedoch eine Klasse für sich.
Doch diesmal stimmte einfach alles: die Wolken über den markanten Felszähnen, unseren Schweizer Dolomiten, begannen bald orange zu leuchten und auch die Berge selbst wurden immer intensiver rot. Der Dunst im Westen tat das seinige dazu, um uns ein unvergessliches, intensives Alpenglühen zu bescheren. Was für eine Freude.

Erst in der Dämmerung packten wir unsere sieben Sachen zusammen und stiegen wieder gegen das Chalet Grat ab, wo wir unter dem Sternenhimmel auf der Terrasse noch eine frische Milch genossen, bevor wir den Heimweg nach Krattigen antraten. Einmal mehr Glück gehabt!

TOURDATEN
Aufstieg: 340m
Abstieg: 340m
Strecke: 2.0km
Reine Wanderzeit: 2.0 h
Start- und Endpunkt: Chalet Grat
Tiefster Punkt: 1'642 M.ü.M. (Chalet Grat)
Höchster Punkt: 1'935 M.ü.M.  (Gastlosen)
Schwierigkeit: T3
Swisstopo Karte: 1:25‘000, Blatt 1226, Boltigen

Beste Wanderzeit: Juni-Oktober
Unser Tourdatum: 18.06.17
Besonderes: Um beim Chalet Grat parkieren zu dürfen, sollte unbedingt die dortige Bauernfamilie gefragt werden. Vor oder nach der Tour kann man sich auf der Terrasse etwas Feines zu Essen oder zu Trinken gönnen.











Montag, 24. Juli 2017

Sardinien 3: Die Inselperlen La Maddalena und La Caprera

Das letzte Drittel unserer Sardinienreise verbrachten wir auf den kleinen, nördlich gelegenen Inseln La Maddalena und La Caprera. Bei letzterer handelt es sich um ein Naturschutzgebiet mit zahlreichen, wunderbaren Küstenabschnitten und vielen idyllisch angelegten Wanderwegen. Caprera ist über eine Strassenbrücke mit La Maddalena verbunden. 
Die Überfahrt nach La Maddalena erfolgt jeweils mit einer Fähre (20min Fahrt) ab Palau. Das Hotel hatten wir direkt am Hafen der Ortschaft La Maddalena.

Nachdem wir das Zimmer im Hotel Excelsior bezogen hatten und an der Cala Carlotto ein Picknick genossen, spazierten wir der Dünenlandschaft der Cala Trinità entlang. Hübsche Wolken verzierten dem Himmel, aber es wehte immer noch ein starker, kühler Wind.

Die nächsten Tage standen jedoch ganz im Zeichen von La Caprera, welche wir zu Fuss ausgiebig erkundeten. Dabei fanden wir immer wieder noch schönere Buchten. Gestartet sind wir im Süden, bei der prächtig gelegenen Spiaggia di Porto Palma. Besonders abwechslungsreich sind hier jedoch die Küstenabschnitte der Cala Napoletana, Cala Caprese und Cala Cottico. Zum Glück waren wir noch früh im Jahr unterwegs, sodass die Strände noch ziemlich einsam waren. Im Sommer tummeln sich hier Hundertschaften mit ihren Booten. Während wir an der Cala Napoletana eine glühende Abendstimmung erlebten und dann in der Dämmerung zum Auto zurückwanderten, präsentierte sich uns die Cala Cottico, mit ihrem etwas felsigen Zugangsweg, im schönsten Mittagslicht. Wir kamen nicht mehr aus dem Staunen, aufgrund des türkisblauen, glasklaren Wassers. Hier erfuhren wir auch, dass zwei Einheimische diesen Strand freiwillig sauber halten und nebenbei auch noch die schüchterne Strandkatze füttern. Ein kurzes Bad, im noch sehr kühlen Wasser, konnten wir uns da natürlich nicht verkneifen.

Am letzten Tag unseres Aufenthalts, unternahmen wir noch eine Rundwanderung von der Cala Caprese, über die Cala Napoletana zum Punta Crucitta. Auf perfekt markierten und ausgeschilderten Wegen bewunderten wir zahlreiche schöne Gesteinsformationen. Ganz besonders gefiel uns der etwas abseits vom Weg gelegene Felsbogen, welchen wir eigentlich am Tag unserer Abreise noch im Morgenlicht besuchen wollten. Doch leider präsentierte sich der Himmel wolkenverhangen. Diese schöne Rundwanderung beschreiben wir Euch unten.

Natürlich ist da auch noch das schmackhafte, vielseitige Italienische Essen zu erwähnen, welches wir in den "Strandbeitzli" von La Maddalena immer wieder genossen. Oftamls sassen wir jedoch noch weitgehend alleine in den Restaurants.

Zusammengefasst entdeckten wir während unseren Sardinienferien viele abwechslungsreiche Landschaften von bezaubernder Schönheit. Die Krönung war jedoch definitiv das Naturschutzinselchen La Caprera.

TOURDATEN (Norden von La Caprera)
Aufstieg: 300m
Abstieg: 300m
Strecke: ca. 4,5km
Reine Wanderzeit: 2,0h
Start- und Endpunkt: Kleiner Parkplatz Batteria Arbuticci - Memoriale Giuseppe Garibaldi
Tiefster Punkt: 150 M.ü.M. (Kleiner Parkplatz)
Höchster Punkt: 200 M.ü.M. (Unterwegs auf dem Rundweg)
Schwierigkeit: T1
Swisstopo Karte: Fintoys Karte 1:25'000 "Archipelago di La Maddalena"
Beste Wanderzeit: Mitte April bis Ende Mai
Unser Tourdatum: 25.04.16
Besonderes: Entlang der Wege gibt es keine Verpflegungsmöglichkeiten, jedoch stets gute Beschilderung mit Zeitangaben. Die Buchten selbst sind zur Hochsaison total überlaufen.
















Sonntag, 9. Juli 2017

Sardinien 2: Zwischen Meer und Bergen

Trotz unserer Konzentration auf die Nordküste Sardiniens, liessen wir es uns nicht nehmen, mal noch einen dreitätigen Abstecher an die Ostküste und das Gebiet um Orosei zu unternehmen. Das Ziel war die Besteigung des Supramonte, einem gewaltigen, freistehenden Bergmassiv. Unterschätzt hatten wir dabei, dass im Gebiet der Cala Liberotto noch alle Agriturismos geschlossen hatten und so verwies man uns für die Übernachtung an das Tirreno Ressort: ein wirklich toller Tipp. Zwar kommt man sich in diesem riesigen Hotel vor wie in einer Schwizer Enklave, dafür ist es jedoch hervorragend gelegen, bietet prächtige Gartenanlagen, gemütliche Zimmer und natürlich, ein unglaubliches Buffet, bei welchem auch das Auge mitisst. So wurden wir also während unserem Kurzaufenthalt nach allen Regeln der Kunst verwöhnt, sodass wir unsere Bertour richtig gestärkt in Angriff nehmen konnten.

Natürlich machte es uns auch Spass, die wundervolle Küste der Cala Liberotto zu erkunden und zwar in allen Tagesstimmungen. Das klare, türkisblaue Wässerchen lud uns sogar zum Baden ein und vor lauter Begeisterung verzichteten wir am einen Abend auf das lockende Buffet um die Abendstimmung am Meer nicht zu verpassen. Auch am frühen Morgen hatten wir Glück und standen, zusammen mit einer anderen Familie, ganz alleine an der Felsküste um den Tag zu begrüssen. Glutrot ging die Sonne direkt am von wenigen Wölklein verzierten Horizont auf. Was für ein Spektakel, während die anderen Feriengäste im Ressort noch alle schliefen. Hier konnte die kleine Lara unser Hochgefühl sicherlich spüren und ebenfalls das Rauschen des Meeres hören.

Die Wanderung auf den Supramonte (Punta Corrasi) war auch eine Klasse für sich. Zuerst ist hier auf einer ziemlich wilden Strasse die Anfahrt von Oliena bis auf ca. 900 Meter über Meer zu bewältigen. Die Spuren an unserem Auto sind leider heute noch zu sehen, doch aufgrund von Sandras Schwangerschaft wollten wir so hoch oben wie möglich starten. Doch als die Strasse zu ruppig wurde, liessen auch wir den Wegen stehen. Es lohnte sich durchaus, denn die Aussichten waren grandios und der Wechsel der Landschaft auf dem felsigen Hochplateau absolut beeindruckend. Die Wege sind gut markiert und unterwegs trafen wir sogar noch auf eine seltene, endemische Pfingstrose. Vom Gipfel auf 1'463m glaubt man, die ganze Insel überblicken zu können. Prächtige Wolkenstimmungen steigerten die Spannung noch zusätzlich. Man könnte diese Wanderung auch als Rundwanderung wählen, doch wir haben uns für den Rückweg auf derselben Route entschieden. Die Tour beschreiben wir Euch unten näher, mit den wenigen Infos, welche wir ausfindig machen konnten.

Schlussendlich, auf dem Rückweg in den Norden, unternahmen wir noch einen Abstecher in ein kleineres Gebirge, wo wir mit Orchideen und anderen Blumen doch noch auf die Rechnung kamen. Direkt am Strassenrand blühte die hübsche Wespen-Ragwurz. Was für eine Freude!

TOURDATEN (Auf den Punta Corrasi)
Aufstieg: 500m
Abstieg: 500m
Strecke: ca. 4km
Reine Wanderzeit: 4,0h
Start- und Endpunkt: Kleiner Parkplatz in einer Kurve
Tiefster Punkt: 900 M.ü.M. (Kleiner Parkplatz)
Höchster Punkt: 1'463 M.ü.M. (Punta Corrasi)
Schwierigkeit: T3
Swisstopo Karte: Kein Kartenmaterial verfügbar!
Beste Wanderzeit: Mitte April bis Ende Mai
Unser Tourdatum: 19.04.16
Besonderes: Das Strässchen auf den Berg erfordert beinahe einen 4WD. Ganz oben kann es nicht mehr befahren werden und ist teilweise abgerutscht. Ansonsten ist der Weg sehr gut markiert. Unbedingt genügend Flüssigkeit mitnehmen! Ausführliche Infos zu dieser Wanderung: Reise Know-How, Sardinien, 46 Wanderungen, ISBN: 978-3-8317-2110-8, Tour Nr. 31. 


















Sonntag, 2. Juli 2017

Sardinien 1: Die wilde Schönheit der Nordküste

Irgendwie muss das Leben nun für uns weitergehen und so wollen wir für Euch auch unser Fototagebuch weiterführen, mit den Rückblicken auf unsere schönsten Erlebnisse in fotografischer Hinsicht. Vieles wird jedoch nie mehr so sein, wie vor dem unvorhersehbaren Tod unserer kleinen Lara. Das Leben prägt und verändert uns stets... In den nächsten drei Beiträgen blicken wir trotzdem zurück, auf unsere Frühlingsferien auf Sardinien, welche wir sozusagen zu dritt verbrachten, als kleine Familie. 

Im ersten Beitrag entführen wir Euch an die Nordküste der Mittelmeerinsel, zwischen Isola Rossa, Santa Teresa di Gallura und Palau. Hier gibt es einzigartige Küstenabschnitte mit schroffen Felsen und idyllischen Stränden zu bewundern. Auch ein Ausflug zum Bergdörflein Aggius und zum Stausee Lago del Liscia, im Landesinnern, zeigen wir Euch kurz. Etwas vom Schönsten war für uns jedoch die Küste bei Isola Rossa, mit dem wohlklingenden Namen "Punta li Canneddi". Die roten, schroffen Felsen im warmen Abendlicht, in Kombination mit dem klaren, türkisblauen Wasser, waren einfach nur zauberhaft. Leider fühlte sich Stef mit Husten und Gliederschmerzen an diesem Abend nicht ganz auf der Höhe, sodass wir den Sonnenuntergang nicht mehr abwarten konnten. Trotzdem sind einige schöne Aufnahmen vom Kap entstanden

Aber auch bei Palau fanden wir zauberhafte Küstenabschnitte. Unser einsames Liebslingssträndchen suchten wir insgesamt dreimal auf und trafen immer wieder andere Verhältnisse an. Im Allgemeinen begleitete uns in den Ferien ein starker, kühler Frühlingswind, welcher das Meer regelrecht aufpeitschte. Die Wolken am Himmel waren unberechenbar, sorgten jedoch für spannende Stimmungen. Und zu guter Letzt möchten wir auch noch vom Capo Testa schwärmen, welches man auf einem etwas schlecht markierten Rundweg erkunden kann. Dieses Gebiet zählt ebenfalls zu den schönsten Küstenabschnitten des sardischen Nordens. Die Rundwanderung durch die bizarren Gesteinsformationen beschreiben wir Euch unten.

Rückblickend auf die dreiwöchigen Sardinienferien können wir sagen: mit den Unterkünften etwas Pech gehabt, relativ kühle Temperaturen, einheimische Orchideen aufgrund des trockenen Winters bereits verblüht, dafür aber geniale Küstenabschnitte und Stimmungen!

TOURDATEN (Rundwanderung Capo Testa)
Aufstieg: 300m
Abstieg: 300m
Strecke: ca. 4km
Reine Wanderzeit: 2,0h
Start- und Enpunkt: Parkplatz Capo Testa (Ende der Strasse)
Tiefster Punkt: 0 M.ü.M. (Strand Cala Grande)
Höchster Punkt: 100 M.ü.M. (Felshügel im Zentrum des Kaps)
Schwierigkeit: T3
Swisstopo Karte: Kein Kartenmaterial verfügbar!
Beste Wanderzeit: Mitte April
Unser Tourdatum: 14.04.16
Besonderes: Die Wegspur ist sehr schlecht markiert (orange Punkte), kann jedoch mit etwas Orientierungsvermögen trotzdem gefunden werden. Die Route lässt sich beliebig verlängern und verkürzen. Ein prächtiges Plätzchen für einen Drink findet sich nahe beim Parkplatz am Ende der Zufahrtsstrasse auf das Kap. Das Bistro unter weissen Sonnenschirmen bietet einen schönen Ausblick auf das türkisblaue Meer.