Sonntag, 28. Mai 2017

Ein Engelein auf Kurzbesuch

Es geschieht manchmal,
dass eine Seele die Erde nur streift.
Ihr Kommen und Gehen fallen in Eins.
Doch ihr kurzes Verweilen war nicht umsonst,
denn es berührt die Herzen all derer,
die sie erwartet haben.

(Stärnechind)
 

Auch das gehört leider zu unseren Leben, zu unserem Tagebuch!

Als Naturfotografen wissen wir, wie schnell das Wetter wechseln kann und wie überraschend die Nacht über einen hereinbrechen kann. Sieben wundervolle Monate durften wir zusammen mit unserem kleinen Engelein, Lara, die schönsten Seiten der Welt erkunden. Auch wenn sie im wohlig warmen Mutterbauch noch nichts davon sehen konnte, so fühlte sie doch all unsere Emotionen, unsere Lebensfreude und hörte die Stimmen von uns und von der Umgebung. Im Tessin, letzten Herbst, durften wir unser kleines Kindlein empfangen und letzte Woche hat es uns ebenfalls im Tessin wieder verlassen, wohl genau an diesem Abend in Foroglio (Val Bavona). Niemand weiss warum, niemand kann es sich erklären.

Da sitzt der Schock tief und wir wissen nicht mehr wie weiter, in unseren Leben. Doch ein Trost bleibt uns ewig: Lara empfing all unsere Liebe und durfte trotz allem in einer wunderbaren, natürlichen Geburt auf die Welt kommen (danke an alle, welche uns im Spital Thun so hingebungsvoll umsorgt haben). Danach blieb sie wenige Tage bei uns. Nun hat uns jedoch ihr zartes, feines Körperchen wieder verlassen müssen.

Liebe Lara, wenn wir in den Nachthimmel blicken, so sind wir sicher, dass Du ein Sternchen davon bist, welches liebevoll auf uns herniederschaut. Wir danken Dir, für die schöne, unvergessliche, gemeinsame Zeit und werden Dich, liebes "Purzeli", nie mehr in unseren Leben vergessen, denn Du wirst für immer unser Kind, unser kleines Engelein bleiben! Für kurze Zeit nur, waren wir eine Familie. Danke und mach' es gut!

Deine Mami und Dein Vati 





Donnerstag, 11. Mai 2017

Früh unterwegs auf Blümchensuche im Jura

Bevor wir uns in die Ferien nach Sardinien verabschiedeten, statteten wir noch dem Jura einen Besuch ab. Wir wollten uns, wie bereits aus Tradition, den Schachblumen in Les Brenets widmen und die Logis im Hotel Les Rives du Doubs geniessen. Wiederum empfing man uns herzlich und öffnete das Hotel extra für uns. Das ist alles andere als selbstverständlich. Sogar gekocht hat man für uns à la Carte und was für ein Menü! Man merkt es: wir sind wirklich begeistert!  :-)

Dabei waren wir uns bewusst, dass wir noch sehr früh unterwegs waren, aber trotzdem wollten wir uns den Ausflug nicht nehmen lassen, welcher doch noch einige Überraschungen zu bieten hatte. Natürlich statteten wir auch dem Saut du Doubs einen Besuch ab und genossen die Stille der Wälder. Am Morgen freuten wir uns dann schon auf die Schachblumen, am Ufer des Doubs. Es waren doch schon einige ganz schöne Exemplare aufgeblüht. Im Sonnenlicht wollten wir sie für einmal richtig künstlerisch darstellen. So krochen wir weit über eine Stunde lang vorsichtig am Boden umher und suchten nach dem perfekten Motiv. Gar kein einfaches Unterfangen, in diesem dürren Gras.

Eine weitere Überraschung erlebten wir dann auf der Rückfahrt über den Vue des Alpes Pass. Hier waren bereits die ersten Aprilglockenfelder aufgeblüht und zogen uns in ihren Bann. Da mussten wir unser "gelbes Wägeli" am Strassenrand abstellen und "weiter botanisieren". Zu unserer Verblüffung blühten dieses Jahr Anfang April die Aprilglocken gleichzeitig mit den Krokussli und den Schlüsselblümchen. Stellenweise fanden wir einen solch' kompakten Teppich von niederen Aprilglocken vor, dass wir beinahe nicht wussten, wo abstehen. Das wechselhafte Wetter mit seinen sonnigen und wolkenverhangenen Abschnitten, brachte zusätzliche Spannung in die Motive.

Unglaublich wie da die Zeit vergeht und man alles um sich vergessen kann!

TOURDATEN (Les Brenets - Saut du Doubs)
Aufstieg: 150m
Abstieg: 150m
Strecke: ca. 7km
Reine Wanderzeit: 2,0h
Tiefster Punkt: 736 M.ü.M. (Saut du Doubs)
Höchster Punkt: 854 M.ü.M. (Tête de Calvin)
Schwierigkeit: T2
Swisstopo Karte: 1:25'000, Blatt 1143, Le Locle
Beste Wanderzeit: Mitte April
Unser Tourdatum: 03.04.16
Besonderes: Wie oben erwähnt, lohnt es sich im perfekt gelegenen, preisgünstigen Hotel "Les Rives du Doubs" (http://www.rives-du-doubs.ch) zu übernachten und zu Essen. Die Küche ist ein Gaumenschmaus und der Service familiär, persönlich!
















Sonntag, 9. April 2017

Venedig 3: Die Lagunenstadt und ihr Karnevalszauber

Noch hatten wir den ganzen Montag Zeit um uns der interessanten Lagunenstadt Venedig zu widmen, bevor wir dann am Dienstag langsam den Heimweg antraten. Diesmal wollen wir zugunsten der Stadt und ihren Sehenswürdigkeiten das Karnevalstreiben verlassen und uns den wunderschönen, teils filigranen, uralten Gebäuden widmen. Es ist wirklich ein Erlebnis, durch die schmalen Gässlein mit ihren Kanälen zu wandeln und wir entdeckten dabei viele Details. Die ganzen Touristenmassen störten uns dabei nicht. Die Sonne schien und wir nahmen es gemütlich. Bei der Querung des Canale Grande bestaunten wir all die Boote, welche unter uns hindurch glitten, bevor wir uns am Quai an die Sonne setzten und etwas zu trinken genossen. Was für ein buntes Treiben.

Beim Markusplatz gönnten wir uns etwas später eine wunderschöne Maske, verziert mit Svarowski-Kristallen für die Wohnzimmerwand Zuhause, aber auch etwas Murano-Glasschmuck wurde eingekauft. Mittagessen gab's in einem der lauschigen Restaurants bei der Rialtobrücke. Auch hier war der Service verblüffenderweise sehr zuvorkommend und herzlich.

Gegen Abend begaben wir uns noch einmal zur Brücke (Ponte dell' Accademia) über den Canale Grande, wo wir die blaue Stunde dokumentierten. Es herrschte eine geradezu magische Stimmung. Danach freuten wir uns bereits wieder auf ein reichhaltiges Nachtessen im Restaurant, wo wir bereits gestern waren. Man empfing uns überschwänglich und freute sich sichtlich, uns noch einmal verköstigen zu dürfen.

Am letzten Tag unserer Reise nach Venedig, dem Dienstag, gab es noch einmal eine frühe Tagwache. Wir konnten es nicht lassen, abermals die kostümierten Gestalten am Markusplatz im ersten Tageslicht aufzusuchen. An diesem Tag war der Himmel leider bewölkt, dafür wurde die Stimmung jedoch umso intensiver, teils sogar in Zartrosa. Komischerweise befanden sich diesmal beinahe nur schwarz gekleidete Karnevalsteilnehmer auf dem Markusplatz und am Quai. Da fiel das prächtige, weisse Schwanenpaar ganz deutlich auf. Nach einem glühenden Sonnenaufgang packten wir langsam unsere sieben Sachen und machten uns auf den Heimweg. Auf dem Taxiboot liessen wir noch einmal genussvoll all die bunten Fassaden an uns vorüberziehen, bevor wir uns im riesigen Parkhaus wieder ins Auto setzten und in Richtung Schweiz starteten.

Normalerweise sind wir nicht gerade stadtbegeisterte Menschen, aber Venedig im Karnevalsfieber, hat uns irgendwie verzaubert. Es ist ein stilvoller, bunter und fröhlicher Anlass an einem geschichtsträchtigen Ort. Wir kommen gerne wieder...

FOTOTIPPS
Nebst den Karnevalsmotiven, bietet Venedig auch unzählige lauschige Ecken und Hausdetails. Da kann man sich wirklich vertun. Bei der Rialtobrücke haben wir uns motivmässig jedoch nicht recht wohl gefühlt. Zu viele Menschen und zu schlechte Sicht auf die Brücke. Da waren die Ansichten bei der Ponte dell' Accademia viel ansprechender. Das Stativ ist für die Morgen- und Abendfotografie ein absolutes Muss. Um den blauen Himmel schön zu präsentieren, lohnt sich die Verwendung eines Polfilters. Da die Stadt sehr weitläufig ist, gibt es immer genügend gute Fotoplätze für alle Fotografen. Im Grossen und Ganzen wird man als Fotograf sehr rücksichtsvoll, mit ein wenig Neugierde behandelt. Es lohnt sich jedoch trotzdem, die Ausrüstung immer auf Mann zu tragen, denn auch Venedig ist nicht vor Langfingern gefreit!
















Sonntag, 19. März 2017

Venedig 2: Morgen am Markusplatz und Flucht nach Burano

Am Sonntag machten wir bereits recht früh Tagwache. Wir wollten bereits in der ersten Dämmerung vorne am Quai des Markusplatzes bereitstehen, um die verkleideten Karnevalsteilnehmer im schönen Licht zu fotografieren. Auch jetzt kam uns die gute Lage des Hotels entgegen und so standen wir bereits nach kurzer Zeit vorne, dort wo die prächtig verkleideten Personen promenierten. Um jedes Kostüm gesellte sich eine stattliche Gruppe von Fotografen, doch es war kein Problem, an eine gute Fotoposition zu gelangen, denn die Anwesenden verhielten sich alle sehr tolerant und diszipliniert. Hatte man seine Fotos belichtet, duckte man sich und huschte schnell weg, um den anderen Platz zu machen.

Am Horizont verfärbte sich der Himmel bereits glutrot. Ein wunderschöner Hintergrund für all die bunten Gestalten. Ein weiterer, warmer Schönwettertag stand uns bevor und wir fotografieren nach Herzenslust. Dabei mussten wir auch einfach mal innehalten um den Detailreichtum der Kostüme und Masken zu bewundern. Mit viel Geduld posierten die Verkleideten an diversen schönen Locations. Oftmals wussten wir gar nicht, wo fotografieren weil man überall gleichzeitig hätte sein sollen.

Als die Sonne am Horizont aufging, verzauberte sie die prunkvoll verzierten Gebäude um den Markusplatz mit einem glühenden Orange. Wow, das war einfach Traumhaft. Doch auch die im ersten Sonnenlicht beleuchteten Kostümierten waren eine Klasse für sich. Was es da doch alles zu sehen gab. Erst einige Zeit später begaben wir uns wieder zurück zum Hotel um ein üppiges Morgenessen zu geniessen.

Als wir später wieder raus wollten, waren sämtliche Gassen von Carabinieri, Polizia Communale und Armee abgesperrt. Jede Person wurde beinahe bis auf die Unterhosen durchsucht. Für den grossen Sonntagsanlass auf dem Markusplatz wollte man auf Nummer sicher gehen. Ein Wahnsinnsunterfangen, da die Leute regelrecht in diese Richtung strömten.

Wir zogen es deshalb vor, in eine andere Richtung zu marschieren und mit dem Schiff nach Burano, zu den farbenfrohen Häuschen zu fahren. Dort war es um ein Vielfaches ruhiger, gemütlicher und ebenfalls interessant. Zwischendurch konnten wir auch hier verkleidete Karnevalsteilnehmer beobachten und ablichten.

Am Abend, im wieder ruhiger gewordenen Venedig, genossen wir dann ein geniales Essen in einem sympatischen Restaurant und liessen es uns nach diesem doch recht anstrengenden Tag gut gehen.

Nachfolgend die fotografische Zusammenfassung dieses unvergesslichen 2. Tages.

FOTOTIPPS
Die Modelle posieren sehr geduldig und ausdauernd. Sie sind sich der Schönheit ihrer Kostüme bewusst und lassen sich gerne ablichten. So harren sie aus, bis der hinterste und letzte Fotograf sein Bild geschossen hat. Oftmals verteilen sie auch kleine Zettel mit ihrer E-Mailadresse. Da ist es natürlich Ehrensache, dass man seine Bilder dann an diese Adresse verschickt. Vereinzelte schwarze Schafe von Fotografen gibt es trotzdem, welche an den Kostümen rumzupfen oder sich immer vor die anderen stellen. Diese werden jedoch relativ schnell und deutlich zurechtgewiesen. Keine Angst, es kommt trotz Menschenmassen wirklich jeder zu seinem Wunschbild!




















Sonntag, 12. März 2017

Venedig 1: Erste Berührungen mit dem Carnevale di Venezia

Da der Winter 2016/17 in der Schweiz eher einer zum Abhaken war und wir praktisch keine Ausflüge in den Schnee unternehmen konnten, haben wir uns Ende Februar einer ganz anderen Art der Fotografie gewidmet, welche wir Euch nicht vorenthalten möchten. Seit einiger Zeit träumten wir davon, einmal den farbenfrohen Karneval von Venedig zu dokumentieren und all diese prächtigen Kostüme und Masken zu bewundern. Gesagt, getan: bereits am Freitag, 24. Februar 2017 brachen wir in Richtung Italien auf und freuten uns auf ein verlängertes Wochenende in der Lagunenstadt, im Bewusstsein, dass wir dort sicherlich nicht alleine sein würden.

Als wir am Samstag nach einer langen Auto- und Schifffahrt endlich auf dem Markusplatz ankamen, begrüsste uns ein prächtiges Frühlingswetter mit tiefblauem Himmel und warmen Temperaturen. Die Sicht war klar wie in den Bergen. Was für ein Glück! Sofort brachten wir unser Gepäck in das nahe gelegene Hotel, bevor wir uns voller Begeisterung aufmachten, um die kostümierten Karnevalsteilnehmer aufzusuchen. Wie vermutet, verweilten regelrechte Menschenmassen auf dem wunderschönen Platz, aber wir liessen uns dadurch die gute Laune nicht verderben. So knieten wir halt vor unseren "Modellen" nieder und versuchten sie vor dem Hintergrund des Himmels ins beste Licht zu rücken. Zu unserem Erstaunen funktionierte dies einwandfrei und im Allgemeinen verhielt sich auch die anwesende Fotografenschar sehr rücksichtsvoll. Die Blenden stellten wir dabei recht tief ein, um eine angenehme Hintergrundunschärfe zu erhalten. Traumhaft, wie die Kostümierten posierten und sich zur Schau stellten. Das hätten wir so nie erwartet. So fotografierten wir nach Herzenslust bis in den Abend hinein. Als das Licht langsam wärmer wurde, suchten wir eine klassische Position am Quai des Markusplatzes auf um die Abendstimmung zu geniessen. Ein prächtiges Himmelsschauspiel der Farben erwartete uns auch hier, dekoriert von den sanft in den Wellen wiegenden Gondeln im Vordergrund.

Nach einem schmackhaften, italienischen Nachtessen fielen wir müde aber überglücklich in unsere Betten und freuten uns auf den kommenden Morgen.

Für jeden Aufenthaltstag haben wir Euch einen Tagebucheintrag mit unseren schönsten Fotos zusammengestellt. Hier also die Fotos vom 1. Tag, dem Samstag.

FOTOTIPPS
Es lohnt sich, möglichst früh genug, ein Hotel nahe des Markusplatzes zu reservieren. Die Zimmerpreise sind durchaus erschwinglich. So kann man sich zwischendurch etwas im Zimmer ausruhen, bevor's wieder "in die Gassen geht". Für die Darstellung der Kostüme und Masken haben wir Brennweiten zwischen 40 und 180mm gewählt und dabei die Blende auf 6.3 oder 7.1 gestellt, zugunsten der Hintergrundunschärfe. Für die Abendstimmungen haben wir das Stativ mit Grauverlauffiltern eingesetzt und dabei die ISO-Werte etwas höhergestellt, damit die Gondeln im Vordergrund nicht völlig verschwimmen. Dieses Verschwimmen kann jedoch durchaus auch ein gewolltes Gestaltungselement sein.